Wassergeist

Ein Wassergeist entstammt der Elementargeisterlehre der Naturphilosophie.

Sie sind seit dem 17. Jahrhundert belegt.

Sie haben auch Namen wie Wassermann, Wasserfrau, Nix oder Nixe.

Zunächst fielen sie unter die Kategorie der gefallenen Engel und damit in die Welt der Dämonen. Seit Agrippa von Nettesheim jedoch fand eine kontinuierliche Entdämonisierung statt.

Wassergeister verbindet man mit Einbildungskraft und Gefühl. Sie begünstigen das „vergnügungssüchtige“ Leben.

Über das Wasser und die Wassergeister herrschte laut Nettesheim der Engel Tharsis.

Nach Paracelsus hießen die Wesen Nymphen und Undinen. ZU den Nymphen gehören laut seiner Aussage die Sirenen und die Meermönche. Ihre Königin sei Venus. Wassergeister besitzen keine Seele.

Wassergeister können durch Heirat mit einem Menschen eine Seele und damit ewiges Leben erlangen. Sie werden in der Regel durch Frauengestalten bildlich dargestellt.

Die Geister der Lüfte und Wälder nennt man Sylphen.

Die bekannteste Sage zu Wassergeistern ist die der Melusine, einer Wasserfee. Ursprünge sind in der keltischen, vorderasiatischen und hellenistischen Kultur zu finden.

Die Sage geht zurück auf die Familie Lusignan aus der französischen Region Poitou. In der tragischen Liebesgeschichte tauchte sie zunächst als Dämonin auf, später wurde sie zu einer Fee. Sie heiratete einen Ritter. Er durfte sie allerdings nicht in ihrer wahren Gestalt als Wasserfee betrachten. Sie brachte ihm Ansehen und Reichtum, bis zu dem Tage, als er das Tabu brach.

Wassergeister sind Naturdämonen, die nach dem Volksglauben in Seen, Weihern, Teichen, Flüssen und Brunnen leben. (Leander Petzold)

Wassergeisttraditionen entstehen dort, wo Menschen einen Bezug zum Wasser aufbauen, wie in der Seefahrt und Fischerei. Die Wassergeister sind heilende und helfende Wesen. Sie dienen ebenso der Erfüllung sexueller Fantasien. Nicht zuletzt sollen negative Beispiele Kinder davor warnen, allein oder zu dicht ans Wasser heran zu gehen.

Wassergeister sind zudem Bindeglieder oder Grenzwächter zwischen Natur und Kultur.

Die meisten Geschichten beruhen auf der Verführungsgeschichte der Eva. Die Wassergeiste sind zumeist Frauen, die die Männer ins Verderben locken und dafür ihre Sexualität nutzen. Oft werden sie mit Fischschwanz dargestellt oder als Schlange.

Zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert fanden sich etwa nur 24 Geschichten, die von Wassermännern handelten.

Literatur:

  • Agrippa von Nettesheim – De occulta philosophia (1510 – 1533)
  • Paracelsus – Liber de nymphis, sylphis, pygmaeis et salamandris, et de caeteris spiritibus (1566)
  • Bea Lundt –  Enzyklopädie des Märchens 
  • Leander Petzoldt  –  Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister

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